Foto ©vichie81 - stock.adobe.com - redaktionsdienst
Foto ©vichie81 - stock.adobe.com

Es gibt Staatsangehörigkeiten, die machen glücklicher als andere. Die französische gehört zu denen, die zufrieden machen. Dies steht im aktuellen Index der Staatsangehörigkeitsqualität (Quality of Nationality Index = QNI). Er wertet alle Nationen anhand von objektiven Daten.

Frankreich hat den Spitzenplatz seit acht Jahren in Folge inne mit einer Bewertung von 83,5 % und liegt mit weniger als einem Prozentpunkt vor Deutschland und den Niederlanden, die sich gemeinsam den 2. Platz teilen. Frankreichs relativer Vorteil besteht in der höheren Freiheit der Wohnortwahl, was hauptsächlich auf den Status als ehemaliges Kolonialreich zurückzuführen ist.

Wer wissen will, welche lokalen, regionalen und globalen Chancen und Grenzen mit seiner Nationalität verbunden sind, findet diese Antworten im QNI. Der Index spiegelt beispielsweise die Friedenssituation oder die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Landes wieder, die seine Bürger haben und damit verbunden deren individuelle Entwicklungschancen.

Generell schneiden EU-Länder im QNI sehr gut ab. Das liegt an der freien Wohnortwahl, die unter den Mitgliedsstaaten gestattet ist. Allerdings könnte das Vereinigte Königreich eine Ausnahme zu dieser Regel werden, denn seine derzeitige 8. Position ist möglicherweise in Gefahr, wenn das Land die EU ohne Abkommen verlässt.

Die USA befinden sich auf Platz 25, China auf Platz 56 und die Russische Föderation stieg um zwei Stufen auf den 62. Platz. Die VAE erreichten ihren bisher höchsten Rang an 42. Stelle. Die Staatsangehörigkeiten auf den drei untersten Rängen im diesjährigen QNI sind Südsudan, Afghanistan und Somalia.

„Das Vereinigte Königreich ist möglicherweise dabei, einen Weltrekord im Hinblick auf die Unterminierung der Qualität seiner Staatsbürgerschaft ohne einen tiefgreifenden gewaltsamen Konflikt aufzustellen. Je nach Ausgang des Brexit könnte das Vereinigte Königreich erleben, wie es aus der Elitegruppe von Staatsbürgerschaften von „sehr hoher Qualität“ in die Gruppe von „hoher Qualität“ abrutscht. Ein wirklich „harter Brexit“ würde dazu führen, dass das Vereinigte Königreich eine Staatsbürgerschaft hat, die den britischen Bürgern in keiner der EU-Gerichtsbarkeiten oder der Schweiz, Norwegen und Island das Recht auf Wohnort oder Arbeit gestattet, was die Qualität der eigenen Staatsbürgerschaft auf unwiderrufliche Art und Weise herabwürdigen würde“, sagt Prof. Dr. Dimitry Kochenov, Mitverfasser des Index.

Mehr zum Thema Soziales: Esoterikforschung