Saft Zweifel

Die Verarbeitung der Streuobsternte 2018 läuft bei den rund 360 Fruchtsaftherstellern bundesweit auf Hochtouren. Nach Aussagen des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) sind die Liefermengen aktuell so hoch, dass die Keltereien vereinzelt an ihre täglichen Verarbeitungskapazitäten stoßen. Die Betriebe können die gesamte Ernte zu Fruchtsaft verarbeiten, weil die über 700 Millionen Liter fassenden Lagertanks bundesweit aufgrund der letztjährigen schwachen Ernte vielfach leer sind.

Und so stellen sich die Keltereien auf eine turbulente Saison ein. Rund 700 Millionen Liter Lagertanks müssen gefüllt werden. Die Keltereien verarbeiten der Reihe nach die angelieferten Mengen und bitten gegebenenfalls um vorherige Kontaktaufnahme, um die Liefertermine und -mengen so zu koordinieren, dass die Verarbeitungskapazitäten kontinuierlich ausgeschöpft werden können.

Die Deutschen sind Saftliebhaber. Jeder hat im vergangenen Jahr etwas mehr als 32 Liter getrunken, doch viele haben Zweifel am Saft. Für 81 Prozent gehen davon aus, dass Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat nicht allein aus dem Saft der Früchte besteht. Beim der Bezeichnung Dirketsaft ist das Vertrauen höher.

Dabei ist das Herstellungsverfahren für den Fruchtgehalt unerheblich. Und auch beim Thema Zucker sind die Verbraucher oft schlecht informiert. Denn auch hier gilt:  Egal ob aus Konzentrat oder als Direktsaft – Fruchtsaft enthält immer nur den von Natur aus in den Früchten vorkommenden Zucker.

Das Obst für Fruchtsäfte kommt aus unterschiedlichen Ländern. Um die Qualität des Saftes und die wertvollen Inhaltstoffe zu erhalten, aber auch, um die Transportkosten zu minimieren und nachhaltig zu wirtschaften, werden viele Rohstoffe erntereif im Ursprungsland entsaftet und zu Fruchtsaftkonzentrat weiterverarbeitet. Wasser und Aromen werden dem Fruchtsaft mittels Verdampfung entzogen. Auf diese Weise wird das Volumen des Saftes auf ein Sechstel reduziert.

In Deutschland wird das Fruchtsaftkonzentrat von den Fruchtsaftherstellern mit speziell aufbereitetem Trinkwasser wieder rückverdünnt – in der Fachsprache heißt das „rekonstituiert“.

Ebenfalls interessant ist die Verpackung für Säfte. So könnte sie umweltfreundlicher werden. Beitrag hier über das Share Konzept.

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