Foto © Screenshot Roman Tipps

Wer gerne Bücher verschenkt und immer auf der Suche nach dem nächsten Leseabenteuer ist, der sollte sich www.roman-tipps.de von Kristin Rauth in die Favoriten abspeichern. Dieser BuchrezensionenBLOG ist eine Hymne an Bücher. Ein Gedenken an Geschichten, die nicht im Kopf ihrer Leserinnen & Leser in ein süßes Nichts transzendieren sollen. Zum Schluss unseres Gesprächs hatte ich die Mittzwanzigerin gefragt, wie authentisch ein Blog eigentlich sein kann. Ihre Antwort war simpel: „Wenn mir etwas an einer Geschichte gefällt oder nicht, dann schreibe ich das auch, egal, ob das jemanden stört oder nicht“. Sie selber lese auch nicht jedes Buch. Sie prüfe genau, was zu ihrem Lesegeschmack passe und verlasse sich auf Rezensionen.

Was sie will: Kristin möchte den Geschichten (die sie natürlich alle selber gelesen hat) mit ihrer Meinung einen würdigen Abschluss geben. Und sie will gleichzeitig auf Bücher aufmerksam machen. www.roman-tipps.de ist eine Art Bücher-Suchmaschine, die Leute gut gebrauchen können, die gerne welche verschenken, aber keine Ahnung haben, welches passen könnte. Als eine ihrer Topkundinnen wollte ich wissen, was sie motiviert hat, www.roman-tipps.de zu gestalten. Ich habe mit Kristin gesprochen und erfahren, dass sich im Blog eigentlich auch ihr Bruder widerspiegele. Denn der hatte bei der Gestaltung und der Entstehung der Idee 2014 bis zur Umsetzung im März 2015 maßgeblich seine Finger mit im Spiel.

Und so begann unser Gespräch.

Sie sagte: „Es gibt ein Leben vor dem Blog und eines danach. Vorher habe ich ein Buch nach dem anderen gelesen (manchmal auch mehrfach). Wenn ich fertig war, habe ich mir gleich das nächste gesucht. So stapelten sich die Geschichten in meiner Erinnerung. Einige haben mich nachhaltig beeindruckt, andere weniger, und andere habe ich vergessen.

Und dein Leben nach dem Blog? Seit ich Rezensionen schreibe, kann ich dem Ganzen einen würdigen Abschluss geben. Ich kann so den ganzen Inhalt Revue passieren lassen und ihn schriftlich festhalten, indem ich meine Meinung zu der Geschichte kundtue. Und vielleicht kann ich auch andere animieren, sich das Buch zu kaufen. Ich denke, viele kennen das: Was lese ich als Nächstes?

Und das ist das Ziel des Blogs? Ja, hier bewerte ich die Bücher, um anderen die Suche nach einem passenden Werk zu erleichtern. Nicht immer überzeugen Klappentexte und Cover. Auch ich lese Rezensionen von anderen, um zu entscheiden, ob ich ein Buch lesen möchte oder nicht. Meine eigenen Rezensionen enthalten immer auch weiterführende Informationen über das Buch. Ich will meinen Leser/innen die Entscheidung so leicht wie möglich machen.

Und welche Rolle spielt dein Bruder bei dem Ganzen? Der hat mich initial motiviert, das war im Winter 2014. Er meinte, da ich haufenweise Bücher lese, könnte ich das doch mit einer sinnvollen Nebenbeschäftigung, nämlich dem Rezensieren von Büchern, verbinden. Anfangs war ich skeptisch. Ich hatte keine Ahnung, wie man eine Rezension überhaupt schreibt. Ich wusste auch nicht, wie ein Blog aussehen oder wie ich den programmieren sollte. Ich hatte keine Ahnung, was noch alles dazu gehört. Und ich konnte mir auch nicht vorstellen, warum jemand sich dort auf dem Blog umsehen sollte. Selber hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch niemals einen Blog im Internet besucht.

Im Januar 2015 war es dann soweit? Genau, mein Bruder kümmerte sich um alles Technische wie das Programmieren. Und er setzte alle meine gestalterischen Wünsche um. Wir besprachen das Layout und natürlich den Namen des Blogs. Er war es auch, der das Logo mit der Schriftrolle und dem Tintenfass entwarf. Er hatte die Idee, Schreibstil, Handlung, Atmosphäre, Spannung und so weiter zunächst einzeln zu bewerten, um das dann alles in die Gesamtbewertung einfließen zu lassen.

Und deine Informationstabellen? Die waren meine Idee. Mit ihr bekommt man schnell einen ersten Eindruck: Wo spielt die Geschichte? In welcher Zeit? Ist sie Teil einer Reihe? Hier liste ich Titel, Autor, Verlag und die Perspektive auf. Ich gebe jeder Rezension eine recht umfangreiche Informationstabelle.

Wie hältst du deine Besucher bei Laune? Ich habe ein spezielles Bewertungssystem für die unterschiedlichen Genres. Das heißt Folgendes: Jedes Buch bewerte ich in höchstens fünf und mindestens vier Kategorien. Diese Kategorien variieren mit dem Genre. Wenn es zum Beispiel ein Fantasy-Roman ist, so würde ich höchstwahrscheinlich nach den Kategorien Handlung, Schreibstil, Spannung, Atmosphäre und Action bewerten. Bei anderen Büchern würde ich eine dieser Kategorien ersatzlos streichen oder vielleicht durch Humor oder Anspruch ersetzen.

Und was hat es mit den Sternen auf sich? Ich vergebe Sterne als Bewertung. Ein Buch kann höchstens fünf Sterne erhalten, mindestens aber einen (fünf Sterne: ausgezeichnet, vier Sterne: sehr gut, drei Sterne: gut, zwei Sterne: geht so, ein Stern: schlecht).

Wie sorgst du für Aufmerksamkeit auf deinen Blog? Um auf www.roman-tipps.de aufmerksam zu machen, veröffentliche ich die Rezensionen auf Lovelybooks, zum Teil bei Weltbild, irgendwann bei Amazon. Bezüglich der sozialen Netzwerke nutze ich hauptsächlich Twitter, wenn ich einen neuen Beitrag veröffentlicht habe. Aber auch die Teilnahme an Blogtouren gehört zu meiner Bewerbung.

Kristin Rauth lebt in Niedersachsen. Mit elf fing sie an, wirklich viel zu lesen bis zu ihrer ersten Leseflaute, die bis 2012 andauerte. Sie ist begeisterte Schwimmerin und Radlerin, Filmeschauerin und – macherin, Kurzgeschichtenschreiberin und Hobbymalerin.
Danke, dass dein Bruder so hartnäckig war! www.roman-tipps.de ist sehr schön.