Foto Gino Santa Maria © 2006 All Rights Reserved - stock.adobe.com
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Die CO2-Emissionen von PKWs sollten eigentlich reduziert werden (nicht zuletzt um des Weltklimas Willen). Dem ist laut einer Untersuchung der Global Fuel Economy Initiative (GFEI) aber nicht so. Im Gegenteil: Der Kraftstoffverbrauch hat in den vergangenen 12 Jahren jährlich um rund 1,7 Prozent zugenommen. Da spielt die Tatsache auch keine nennenswerte Rolle, dass die vergangenen beiden Jahren mit einem Plus von 1,4 Prozent etwas besser dastehen.

The recent slowdown in average vehicle fuel efficiency improvement of light-duty vehicles is cause for alarm, Dr. Fatih Birol, Executive Director of the International Energy Agency.

In Litern ausgedrückt

In Ländern wie Kanada oder USA liegt der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch pro 100 Kilometer zwischen acht und neun Litern, wohingegen Franzosen und Italiener zwischen 5 und 6,5 Liter verfahren. Auch in Schwellenländern wie China, Indien oder Indonesien stieg der Kraftstoffverbrauch an. In China beispielsweise um 2,3 Prozent, was wenig erstaunlich zu sein scheint, denn gleichzeitig wurden dort pro Jahr 17 Prozent mehr PKW zugelassen (Erhebungszeitraum zwischen 2005 und 2017) – in Indien neun und Indonesien sieben Prozent.

Die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs müsse, so die Global Fuel Economy Initiative, fester Bestandteil jeder Verkehrspolitik werden. Denn auch dieser Verbrauch trage einen beträchtlichen Beitrag zur globalen Erwärmung bei. GFEI setzt sich deshalb dafür ein, den Verbrauch bis 2030 zu halbieren. Das bedeutet, dass dieser jährlich um rund 3,7 Prozent gesenkt werden müsse, also dreimal mehr als bisher (2016 und 2017).

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SUVs im Fokus – international ein Problem

40 Prozent aller PKWs sind SUVs – weltweit. Um ganze 11 Prozentpunkte ist ihr Marktanteil in den letzten drei Jahren gewachsen – Nordamerika und Australien erreichten 2017 sogar einen Anteil von fast 60 Prozent. Und hierin sehen die Expert-innen von GFEI einen Grund für die schlechte Kraftstoffbilanz. Sie betonen, dass alle anderen Fahrzeugtypen eine Verbesserung verzeichnen.

Die Initiative rät zu einem Maßnahmenmix aus staatlicher Regulierung und Kaufanreizen. Die Erfahrung zeige, dass Länder mit einer solchen Praxis um 60 Prozent besser dastünden als die anderen. Aber auch Autos mit elektrifiziertem Antrieb trügen natürlich dazu bei (Hybrid, Plug-in-Hybrid und Batterie-Elektro).

Messwerte – nächstes Problem

Die große Kluft zwischen Prüfwerten und dem realen Kraftstoffverbrauch stelle ein weiteres Problem dar, so GFEI. Alle bedeutenden Automärkte wiesen hier eine Differenz auf, die zwischen 10 und 50 Prozent liege – mit Ausnahme der USA.

Der Report ist ein Produkt verschiedener Agenturen: International Energy Agency (IEA), International Council on Clean Transportation (ICCT), FIA Foundation, GFEI. 

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