Geflügel schlechte Haltung

Verbraucher machen sich viele Gedanken, ob sich das Tier, das sie essen, zu Lebzeiten wohl gefühlt hat. Diverse Labels dienen der Orientierung, so können wir ruhigen Gewissens einkaufen und kochen. Doch was ist eigentlich mit dem Fleisch, das uns in Restaurants  angeboten wird? Hier ist kein Hinweis auf der Speisekarte zu finden, wie wohl sich das Huhn gefühlt hat, bevor es zum Schlachter ging. Und das muss sich laut der Deutschen Gesellschaft für Geflügelwirtschaft ändern.

Friedrich-Otto Ripke
Friedrich-Otto Ripke

„Wenn ich mittags in der Kantine Putensteak oder Hähnchenbrust esse, werde ich keinerlei Infos zum Tierwohl finden – wenn ich das exakt gleiche Fleischerzeugnis nachmittags im Supermarkt fürs Abendessen kaufe, ist es mit dem staatlichen Tierwohllabel ausgezeichnet. Das versteht doch kein Mensch“, findet Friedrich-Otto Ripke, Präsident der Deutschen Geflügelwirtschaft.

Sein Verband möchte, dass auch das mengen- und umsatzstarke Großverbrauchersegment bei einer staatlichen Tierwohlkennzeichnung berücksichtigt wird. Ja, er hält dies für unerlässlich. Denn über 60 Prozent des Geflügelfleisches werden über Restaurants, Kantinen, Mensen und weitere Großverbraucherküchen abgesetzt.

„Eine staatliche Kennzeichnung muss diesen wichtigen Vermarktungsweg zwingend berücksichtigen“, sagt er. Die Gastronomie hat deutlichen Nachholbedarf beim Angebot von Tierwohl-Produkten: „Während rund 75 Prozent der im normalen Handel angebotenen Hähnchen- und Putenfleischerzeugnisse aus Betrieben der Wirtschafts-Initiative Tierwohl Geflügel stammen, fehlt ein entsprechendes Angebot für die Gastronomie.

Einzig durch die Ausweitung des Geltungsbereichs der geplanten staatlichen Tierwohlkennzeichnung auf den wichtigen und wachsenden Großverbrauchermarkt könne man das von der Politik gewollte Ziel „Breite statt Nische“ erreichen. Ob diese Labels aber ausreichen, bleibt zu hinterfragen. Mehr zum Thema Tierwohl und Interview mit Greenpeace finden Sie hier.

Kontakt
Christiane von Alemann
Tel. 030 288831-40
c.von-alemann@zdg-online.de

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