Energiewende

Das Argument, E-Autos seien wegen mangelnder Reichweite keine echte Alternative, gilt nicht – zu einfach gedacht. Schließlich geht es um eine zu gelingende Energiewende. Und da sind die Aussichten in Sachen Radius von Elektroautos gar nicht so schlecht, glaubt man den Aussagen der HUK-Coburg. Aber nicht nur Versicherer drängen in dieses Thema, auch Bauern. Doch zuerst einmal der Blick auf das Ergebnis einer Untersuchung des Autoversicherers.

Hier heißt es, dass 47 Prozent der Autos ohne Nachladen durch den Tag kommen. Denkbasis ist eine durchschnittliche Reichweite der aktuell verfügbaren E-Auto-Modelle von etwa 250 Kilometern. Knapp die Hälfte der Autos legte in einem Zeitraum von acht Monaten an keinem Tag mehr als 250 Kilometer zurück. Diese Reichweite könnte auch heute schon im Elektroauto ohne Nachladen erreicht werden. Ausgewertet wurden 25 Millionen Fahrten von Teilnehmern des Telematik-Programms „Smart Driver“ der HUK-COBURG mit einer Gesamtfahrtstrecke von 6.800 Erdumrundungen. Die andere Hälfte der Autos fuhren im Untersuchungszeitraum zwar an mindestens einem Tag weiter als 250 Kilometer, jedoch machten Fahrten mit dieser Tagesreichweite lediglich ein Prozent aus.

ReichweiteInnogy findet ja, dass die Ladeinfrastruktur so wie so ausreichend vorhanden sei und schiebt der Industrie mangelnde Agilität zu. „Die Autoindustrie muss die Autos auf die Straße bringen. Elektroautos haben derzeit Lieferzeiten von einem Jahr. Das dauert vielen Kaufinteressenten zu lange“, sagt Julika Gang. Und die HUK? Sie findet, dass viele Autofahrer eigentlich überhaupt kein Problem mit mangelnder Reichweite und schlechter Ladeinfrastruktur haben können. Denn Aufladen zu Hause reiche völlig aus, sagt Vorstandsmitglied Dr. Jörg Rheinländer. Er sieht die Zukunft rosig – unter drei Prämissen: 

„Perspektivisch ergibt sich ein noch größeres Potenzial, wenn die Preise für Stromer sinken, die Reichweiten der Autos weiter steigen und sich die öffentliche Ladeinfrastruktur verbessert.“

Und die Bauern? Sie sehen ihre Produkte ebenfalls als einen wichtigen Beitrag für die Energiewende. Damit sprechen sie Biokraftstoffe an, die sie produzieren. Ihr Verbandschef Bernhard Krüsken fasst den Beitrag seiner Mitglieder so zusammen: „Biokraftstoffe im Tank sind der Schlüssel zur Energiewende im Verkehrssektor. Damit trägt die Landwirtschaft schon jetzt zum Erreichen der Klimaziele bei.“

Bernhard Krüsken
Bernhard Krüsken

Er stellt fest, dass 2017 vier Prozent mehr Treibhausgase ausgestoßen wurden als 1990. Und er glaubt, dass es ohne die von der Landwirtschaft produzierten Kraftstoffe noch deutlich mehr wären. „Insgesamt wurden in diesem Zeitraum durch nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe fast acht Millionen Tonnen CO2 eingespart“, schließt er sein Statement.

Ist die Energiewende auch eine Frage der richtigen Kombination von Elektro- und Bio-Antrieb?

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