Wir haben mit der Deutschen Bundesbank gesprochen, um etwas über den Herstellungsprozess von Euro-Banknoten zu erfahren. Pro Jahr werden rund 6 Milliarden Stück hergestellt. 

Diese sechs Milliarden beziehen sich zwar auf das gesamte Eurosystem, aber dennoch ist das eine riesige Menge an Stücken. Die genaue Stückzahl und -aufteilung hängt von der tatsächlichen Nutzung der Banknoten als Zahlungs- oder Wertaufbewahrungsmittel ab. Aber auch davon, wie viel die einzelnen Länder der Eurozone benötigen.

„100 Millionen Banknoten auf Baumwolle“

Die Deutsche Bundesbank ist pro Jahr üblicherweise für die Produktion von 1 bis 1,5 Milliarden Stück verantwortlich. Und damit meint sie zwei bis drei Notenwerte – zum Beispiel den 10er und den 50er. Doch eine eigene Banknotendruckerei hat sie nicht. Deshalb wird diese Menge unter akkreditierten Banknotendruckereien EU-weit ausgeschrieben. Bei diesen Ausschreibungen liegen die Produktionsmengen üblicherweise bei mindestens 100 Millionen Banknoten pro Auftrag. Die Auftragsvergabe wird vertraglich vereinbart.

Das Banknotenpapier besteht hauptsächlich aus Baumwolle mit verschiedenen Sicherheitsmerkmalen. Zu diesen zählen das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden. Dies Papier wird wiederum nur von spezialisierten und akkreditierten Papierfabriken hergestellt. Auch die Bestellung des Papiers darf nur von autorisierten Stellen erfolgen. Und zwar ausdrücklich NUR – darauf legt die Bundesbank Wert!

Die Anforderungen an das Papier für Euro-Banknoten sind in einer einheitlichen Papierspezifikation festgelegt. Dazu gehören beispielsweise die Papierfarbe, das Aussehen des Wasserzeichens, das Papiergewicht und weitere Parameter. Diese Eigenschaften werden von einem Team von Spezialisten der Europäischen Zentralbank (EZB), der Druckerei und der Bundesbank bei Produktionsaufnahme im Detail geprüft.

Banknoteninspektionsmaschine

Gutes oder schlechtes Geld – Für die Qualität der Banknoten ist die Notendruckerei verantwortlich. Diese muss sich jedoch an die Vorgaben für die Produktion von Euro-Banknoten halten. Pro Notenwert ist genau festgelegt, welche Produktionsprozesse, Materialien und Qualitäts-Prüfgeräte zu verwenden sind. Außerdem existieren genaue Prüfpläne, die produktionsbegleitend einzuhalten sind.

Vor Produktionsaufnahme werden alle Produktionsschritte von Spezialisten der EZB und der Bundesbank geprüft und freigegeben.

Mehr Schein als Sein: Drucke aus einem Kunstprojekt

Als finale Qualitätskontrolle durchläuft jede Eurobanknote eine automatisierte Prüfung auf einer Banknoteninspektionsmaschine. Parameter, die mit diesen Maschinen nicht geprüft werden können, werden manuell durch Stichproben in der Notendruckerei geprüft.

Wie wird entschieden, welche Banknoten in welcher Menge gedruckt werden? Überwiegen die 20er, 50er…?

Betrachtet man mehrere Jahre, nehmen die 20er und 50er den größten Anteil an der Produktion ein. Sie machen jeweils fast 30 Prozent von der Gesamtmenge aus. Danach kommen die 10er mit einem Anteil von etwa 20 Prozent und dann der 5er mit einem Anteil von etwa 15 Prozent. Die 100er, 200er und 500er haben einen Anteil von weniger als 10 Prozent.

Wie ermittelt man den Bedarf an frischem Geld?

Auch wenn die im Umlauf befindliche Menge an Bargeld fast ausschließlich durch uns Bürger bestimmt wird, haben wir es in Sachen Neuproduktion dennoch mit einer Art Mischkalkulation zu tun. In sie werden die Banknoten eingerechnet, die sich im Bestand der Zentralbanken befinden. Nicht aber die, die in ihren Tresoren liegen. Und das deshalb nicht, weil sie nicht Teil der sich im Umlauf befindlichen Geldmenge sind. Banknoten sind Gebrauchsgüter, die sich abnutzen und die neu hergestellt werden müssen. Deshalb wird geprüft, in welchem Zustand sich die Noten befinden. Geldnoten in schlechtem Zustand werden vernichtet. Und diese müssen neu hergestellt werden. Die Kalkulation wäre damit fertig. Fast. Denn es spielen noch die Hortung und die Verwendung von Banknoten in Ländern außerhalb der Eurozone eine wichtige Rolle.

Diese Parameter führen schließlich dazu, dass rund 6 Milliarden Stück Banknoten im gesamten Euroraum hergestellt werden. Gedruckt werden sie in akkreditierten Hochsicherheitsdruckereien – wie gesagt. Welche Druckerei das macht, orientiert sich wiederum an einem Bedarf. Grob kann man sagen, dass jenes Land, welches den höchsten Bedarf an einer bestimmten Stückelung hat, die Lizenz zum Drucken bekommt. Schließlich muss die Banknotenproduktion effizient bleiben. Deshalb werden im Eurosystem die benötigten Notenwerte zu sinnvollen Produktionsmengen zusammengestellt. Und damit jedes Land alle Stückelungen zur Verfügung hat, findet ein Austausch statt.

Geldscheine sind ja eigentlich nichts anderes als schön bedrucktes Papier. Die Muster denken sich Designer wie Reinhold Gerstetter aus Berlin aus.

Dazu in einer zweiten Folge mehr.

Ein paar interessante Videos

Geheimnis Geld – von Olaf Lüken (2018)
Jeder hat Geld, keiner hat genug davon. Man hasst es, wenn es fehlt, man empfängt es mit offenen Armen. Man spricht nicht gern davon, man denkt stets daran. Es ist das Blut der Wirtschaft, Werkzeug für alles, Instrument des des Erfolges, Symbol der Macht, die Macht schlechthin. Es heilt, es macht krank, es rettet, es tötet. Es schlägt, es zirkuliert, es macht fruchtbar, es verschwindet, es korrumpiert, es macht groß, es geht von Hand zu Hand. Es ist verdient, es ist unrein. Man gebraucht es, man träumt davon, man versteckt es, verachtet es, betet es an. Man häuft es an, es wird zum Schatz. Dann aber wird es unproduktiv. Man verleumdet es, schwört ihm ab, man meidet es. Die Menschen betrachten Geld mit ihren geheimsten Gefühlen, ihren Rivalitäten, Erfolgen, Frustrationen, ihren Ehrgeiz, ihrem Groll. Nachts steht es auf, nimmt Gestalt an, dominiert, erleuchtet,
beschützt, vernichtet. Es ist ein Truggott, den man anfleht und den man fürchtet. Es ist der Sündenbock für unsere Übel und ist überall zur Hand, es bewegt ständig das Gemüt. Es ist das Maß, man hat es zum Objekt gemacht. Jeder gebraucht es, jeder will es.