Straße und Sicherheit

79 Prozent aller Autofahrer hatten schon einmal Angst bei einem riskanten Überholmanöver von Motorradfahrern auf Landstraßen. Das ergab eine forsa-Umfrage im Auftrag von CosmosDirekt. Wir sprachen mit Sabine Gemballa vom Direktversicherer über die Ergebnisse ihrer Studie.

Sabine Gemballa von CosmosDirekt

Warum haben Sie diese Umfrage gestartet? Worauf möchten Sie aufmerksam machen?
Wir wollten die Bedürfnisse, spezifische Verhaltensweisen, Ängste und Sorgen von Autofahrern in Deutschland untersuchen. Auf diese Weise können wir auf die täglichen Risiken im Straßenverkehr aufmerksam machen – etwa, wie sich Eltern beim Abholen ihrer Kinder vor der Schule richtig verhalten, welche Faktoren Autofahrern Unbehagen bereiten und wie sie diese vermeiden können oder ob und wann man auf der Autobahn rechts überholen kann. Also sehr realitätsnahe und damit praktische Tipps für den Verkehrsalltag.

Welche Konsequenzen ziehen Sie in der Interaktion mit Ihren Kunden aus den Ergebnissen?
Wir haben einen repräsentativen Blick auf die Situation. Wir wollen die Autofahrer in Deutschland besser verstehen – ob auf vier oder auch zwei Rädern. Unser Ziel ist Prävention. Bevor ein Schaden entsteht, wollen wir helfen, Risiken zu vermeiden oder sie zu minimieren. Wir wollen immer wieder neue Wege eröffnen, dass die Verkehrsteilnehmer ihre Sicherheit selbst in die Hand nehmen können.

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Hat sich die Sicherheit auf der Straße in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert oder verbessert? Gibt es Vergleichszahlen auch zum europäischen Ausland, unabhängig von diesen Ergebnissen?

Wir haben dazu keine eigenen Trendzahlen, aber eine unserer Studien zeigt, dass aktuell die Sicherheitssituation teils kritisch ist. So haben zum Beispiel 64 Prozent der Grundschuleltern bereits erlebt, dass sogenannte „Eltern-Taxis“ den Schulweg blockieren. Solche Elternfahrdienste gefährden sowohl andere Kinder als auch den eigenen Nachwuchs, wenn sie Zufahrts-, Geh- und Fahrradwege, Feuerwehrzufahrten oder Bushaltestellen verstellen. Schnell können dabei Fußgänger und Radfahrer übersehen werden. Wir raten Eltern deshalb dringend zu erhöhter Aufmerksamkeit und der Nutzung regulärer Parkplätze, gern etwas entfernter von der Schule. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Unfälle mit Sachschäden kontinuierlich gestiegen sind in den letzten Jahren. Gleichzeitig sank erfreulicherweise die Zahl der Schwerverletzten und Verkehrstoten seit Jahren.

Sprechen Sie jüngere Fahrer anders an als ältere, weil diese sicherer fahren?
Die Straßenverkehrsordnung verlangt ständige Vorsicht bei der Fahrt. Ganz gleich, ob jung oder alt am Steuer sitzt. Für die eigene Sicherheit und die der anderen ist die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer gefragt. Ein aufmerksames und vorausschauendes Fahren ist die beste Strategie, um Gefahrensituationen zu vermeiden – das ist unser Rat an Fahrer aller Jahrgänge.

Haben Sie Vergleichszahlen zu anderen europäischen Ländern?
Leider nein.

Wo sehen Sie die Ursachen für die mangelnde Sensibilität der Autofahrer?
Unsere Studie zeigt, dass es zwar die sogenannten „Straßen-Rowdies“ gibt, doch viele Autofahrer fühlen sich ebenso verunsichert durch den Fahrstil anderer. Wenn sich zum Beispiel Biker oder Fahrradfahrer im Straßenverkehr unvorhersehbar verhalten, stockt vielen der Atem. Angst oder ein mulmiges Gefühl hatten laut unserer Umfrage fast 80 Prozent der befragten Autofahrer schon einmal bei riskanten Überholmanövern von Motorradfahrern.

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