Foto © Jens Ackermann - stock.adobe.com
Foto © Jens Ackermann - stock.adobe.com

Was Affen können, können wir auch. Nämlich dem Blick eines anderen folgen. Der Kontrast des Augapfels zum bunten Drumherum hat wohl auch diese Funktion. Je stärker der sei, desto ausgeprägter die Blicken-folgen-können-Fähigkeit. Doch bislang dachten die Menschen, sie wären in dieser Hinsicht die von der Natur reicher beschenkten.

Wieso denn das? Weil soziales Lernen von dieser Fähigkeit abhängig sei. Je weißer die Skleren, desto besser. Und die der Menschen sind normalerweise sehr weiß und wie sozial kompetent der Mensch ist, ist bekannt. Die Skleren von Menschenaffenaugen aber sind dunkler. Ihr Blick sei deshalb eher kryptisch und sie könnten nicht verfolgen, wohin der Kumpel gerade schaue.

Jetzt haben Forscher vom NUS Biological Sciences (Uni Singapur) zusammen mit Mitarbeitern der University of St Andrews und der Leiden University das Gegenteil herausgefunden. Die Wissenschaftler/innen Juan O. Perea-García und Antónia Monteiro glauben, dass auch Affen dem Blick eines anderen folgen können.

Falls nun jemand an des Menschen Einzigartigkeit zweifelt, beruhigt Juan O. Perea-García uns: „Der Mensch ist in vielerlei Hinsicht einzigartig, da kein anderes Tier mit einer ähnlich komplizierten Sprache kommunizieren oder Werkzeuge von solcher Komplexität bauen kann. Die Blickverfolgung ist ein wichtiger Bestandteil vieler Verhaltensweisen, die als charakteristisch menschlich angesehen werden, so dass unsere Ergebnisse darauf hindeuten, dass auch Affen diese Verhaltensweisen ausüben könnten.“

Was machen die Forscher denn nun mit dieser Erkenntnis? Diese Studie helfe nicht nur zu verstehen, wie unsere Vorfahren kommuniziert haben, sondern aus ihr ergäben sich neue Forschungsrichtungen. Zum Beispiel, warum sich Menschen und Bonobos ähnlich entwickeln, obwohl Bonobos enger mit Schimpansen verwandt sind.

„Wir wissen, dass einige Gorillas und Orang-Utans eine Augenfärbung wie unsere eigene haben, und einige Mitglieder dieser Arten haben eine Augenfärbung ähnlich der der Schimpansen, aber warum gibt es diese Variation innerhalb einer Art? Wir arbeiten mit mehreren Zoos zusammen, um mehr darüber zu erfahren“, so Juan Perea-García.

Foto © Jens Ackermann - stock.adobe.com
Foto © Jens Ackermann – stock.adobe.com